Die Schulgründerin

Die Geburtsstunde des E.I.

Vor 65 Jahren verließ die gebürtige Oxforderin ihre Heimat, weil ihr Herz für Dr. Friedrich Fischer schlug, mit dem sie ins damals deutsche Karlsbad (heute tschechisch Karlovy Vary) zog. Nach dem Krieg, ihr Mann war noch in Kriegsgefangenschaft, fand sie mit ihren beiden Töchtern Susan und Ellis wie manch andre Flüchtlinge eine neue Heimat in Heidelberg. Was lag für sie als Engländerin näher, als in der Stadt des amerikanischen „Headquarter“ Englischunterricht anzubieten? Sie erhielt 1945 von der Militärregierung und dann vom Oberschulamt Karlsruhe die Genehmigung, eine Sprachenschule zu gründen: die Geburtsstunde des E.I., das seine Tore in der Handschuhsheimer Landstraße in Neuenheim öffnete. Mit ihrem Mann zusammen führte sie die Schule zum Erfolg. Der Neubau in der Heidelberger Südstadt folgte. 1979 übergab sie die Leitung der Schule in die Hände ihrer Tochter Ellis. Gleichwohl vergeht kaum ein Tag, an dem sie nicht in der Schule zu sehen wäre....


Gelebte Völkerverständigung

Heidelberg ist die Wiege aller deutsch-amerikanischen Clubs, kein Wunder, ist doch in Heidelberg das amerikanische Hauptquartier angesiedelt. Noch weniger Wunder nimmt es, dass Mrs. Fischer zu den Gründungsmitgliedern im Jahre 1948 gehört. Anlässlich des 50-jährigen Clubjubiläums ehrte der Heidelberger Club Gladys E. Fischer, die mehrfach Präsidentin des Clubs und auch Präsidentin des Dachverbandes deutsch-amerikanischer Clubs war und inzwischen Ehrenpräsidentin des Deutsch-Amerikanischen Frauenclubs ist, für ihr Engagement und für die von ihr immer wieder gelebte Völkerverständigung. Wie tatkräftig Mrs. Fischer war und ist, zeigt auch ihr unermüdlicher Einsatz beim Pfennigbasar, der ihre Idee war. Dass sie sich außerdem in der Deutsch-Englischen Gesellschaft engagierte, müsste eigentlich nicht eigens erwähnt werden ...


Member of The British Empire (MBE)

Im Jahre 2000 hat Queen Elizabeth II. Gladys E. Fischer den Titel Member of The British Empire, vergleichbar dem deutschen Bundesverdienstkreuz, verliehen, und zwar wegen ihrer „services to the English-speaking community, Heidelberg, Germany“, will sagen: für ihre Verdienste um die englischsprachige Bevölkerung Heidelbergs. Schon im Jahr zuvor war sie zum Neujahrsempfang des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog auf Schloss Bellevue eingeladen und für ihr großes soziales Engagement geehrt worden. So verwundert es keinen, der sie kennt, dass sie als „Überraschungsrednerin“ beim Neujahrsempfang der Stadt Heidelberg 1999 den Jugendlichen die Vorzüge unserer Demokratie vor Augen führte und sie zu Einsatzbereitschaft und der Völkerverständigung aufrief, die sie immer gelebt und selbstverständlich sofort auf den "heimlichen lehrplan" der schule gesetzt hat.

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