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|  | Aktion Völkerrecht
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|  | 13 Heidelberger Schülerinnen und Schüler der Initiative "Aktion Völkerrecht", darunter Mascha Hake, Yanik Hake, Jacob Romer und Anton Straub vom E.I. sowie Felix Fellmer und Sebastian Schorch als E.I.-Abiturienten (Abi 2003) wurden am 8. Juli in der Münchener Residenz von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen zusammen mit Lakhdar Brahimi, dem Sonderbotschafter von Kofi Annan mit der Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille ausgezeichnet. |
|  | Ein Schutzwall für das Völkerrecht
Kreative Schüler-Aktion unterstreicht das Gewaltverbot der UN-Charta und stößt auf welt-weite Resonanz
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|  | Angesichts des drohenden Irakkrieges begründeten im Februar 2003 Schülersprecher von neun Heidelberger Schulen die Aktion Völkerrecht. Die Schüler wollten ein starkes Zeichen setzen gegen den bewussten Bruch des Völkerrechts der kriegswilligen Staaten und auf die großen Gefahren möglicher Präventions-kriege hinweisen. Es sollte deutlich gemacht werden, dass diese gefährliche Politik das seit 1945 beste-hende Gewaltverbot zwischenstaatlicher Politik aufweicht und außer Kraft setzt. Die Idee der Aktion war es, den Willen auszudrücken, dass man sich auch persönlich für den Schutz des Völkerrechtes und die Stärkung der Vereinten Nationen als Hüter des Völkerrechtes aktiv einsetzen möchte. Zudem sollte jeder Interessierte Gelegenheit bekommen, sich anzuschließen.
Gesagt getan, starteten die Schüler Ihre Aktion Völkerrecht in Form eines im Internet veröffentlichten offenen Briefes, einer ebenfalls dort für jeden einsehbaren Weltkarte mit den Namen der Unterzeichner sowie dem Herz der Aktion, dem „wachsenden DENK-mal-VÖLKERRECHT“. Dies ist die mittlerweile 70 Meter lange, aus über 17.000 kleinen hölzernen Bausteinen bestehende Manifestation des Willens, „öffentlich für die Ziele der Aktion einzustehen“. Jeder einzelne Baustein ist beschriftet mit dem Namen eines Teilnehmers.
„Jeder einzelne Baustein symbolisiert eine Person, die den zur Aktion gehörenden offenen Brief unterzeichnet hat, sowie deren Willen sich persönlich öffentlich für den Schutz (bzw. die uneingeschränkte Ein-haltung) des Völkerrechtes einzusetzen. Die Verbindung der einzelnen Bausteine miteinander symbolisiert für uns die Kraft, die daraus entsteht, wenn sich Menschen zusammenschließen und gemeinsam für ein Ziel einstehen.“ beschreibt Elias Michaels, Schülersprecher der freien Walldorfschule Wieblingen und Mitinitiator der Aktion, die Intention Ihres Engagements. Und Felix Fellmer Mitinitiator und ehem. Schulsprecher (Abi 2003) des Englischen Instituts erklärt die hinter den “Bausteinchen“ stehende Idee: Das einzelne Bausteinchen wird genauso wie der Protest eines einzelnen kaum wahrgenommen oder gar belächelt. Zusammen aber bilden sie ein nicht mehr zu übersehendes Zeichen“. „Und das Motivierendste: es wächst und wächst und wächst“, ergänzt Felix Grädler, ebenfalls Mitinitiator und ehem. Schülersprecher des Raf-faelgymnasiums (Abi 2003). Keimzellen des „wachsenden DENK-mal-VÖLKERRECHT“ stehen seit kurzem in Hiroshima, Nagasaki, Dehra Dun (Nord-Indien), Wellington (Neuseeland), London und Siegen. |
|  | Charlotte Wohlfarth Schülerin der zehnten Klasse am Kurfürst Friedrich Gymnasium und Katharina Hingst Schülerin der zehnten Klasse des Elisabeth von Thadden Gymnasiums fassen die einzelnen Stationen der Aktion zusammen:
Mitte Februar 2003 begannen die Schülersprecher der 9 Heidelberger Schulen damit Unterschriften für Ihren offenen Brief und auf den ersten Bausteinen an ihren Schulen zu sammeln.
Bereits in der ersten Woche der Aktion erhielten wir eine Einladung zu einem Fachgespräch von den Wissenschaftlern des Max Planck Instituts für internationales öffentliches Recht und Völkerrecht, die uns zu unserer Aktion gratulierten.
Mitte März bauten wir die bisher beschrifteten Bausteine auf dem Bismarckplatz zum wachsenden DENK-mal-VÖLKERRECHT zusammen und boten den Passanten täglich die Gelegenheit. sich zu beteiligen. Dort wuchs der symbolische Schutzwall für das Völkerrecht dann unaufhörlich weiter. Und bald war dann, ver-bunden mit tausenden von Gesprächen der 10.000 Stein unterzeichnet.
Im Oktober konnten wir auf Einladung durch die Zeche Zollverein das Denk-Mal-Völkerrecht in Essen und damit zum ersten mal außerhalb von Heidelberg aufbauen und weitere Unterschriften sammeln.
Da das Wetter Anfang November den Holzbausteinchen stark zusetzte waren wir riesig über das Angebot das DENK-mal-VÖLKERRECHT in der Heidelberger Stadtbücherei aufbauen zu dürfen erfreut.
Die Heidelberger Stiftung Heidelberger Friedenkreuz zeichnete uns im November mit dem Heidelberger Friedenskreuz aus und ehrte uns damit für unseren Einsatz für die Erhaltung des Gewaltverbots.
Gut ein Jahr nach Start der Aktion nahmen 12 Schüler unserer Gruppe in New York für 2 Wochen als Nicht-Regierungs-Organisation an der PrepCom zum Nicht-Verbreitungs-Vertrag teil.
Dort konnten wir „aktiv“ an der Konferenz teilnehmen, Charlotte hielt in Vertretung von Regina Hagen, der Sprecherin von INESAP, eine Rede vor den Delegierten der Vereinten Nationen, und die Möglichkeit nut-zen erste Erfahrungen von Diplomatie und UNO zu sammeln.
Wir lernten viele interessante und engagierte Menschen kennen und erhielten von den Bürgermeistern von Hiroshima und Nagasaki das Angebot zur Kooperation mit deren Kampagne zur völkerrechtlichen Ver-pflichtung zur vollständigen Abrüstung aller Atomwaffen.
Ganz besonders beeindruckte uns ein Gespräch mit einer Gruppe Überlebender der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Sie haben uns angeboten nach Heidelberg zu kommen und an unseren Schulen über Ihre Erlebnisse zu berichten. Ein Angebot das wir versuchen werden Wirklichkeit werden zu lassen!
Am 8.Juli 2004 wurde wir, gemeinsam mit Herrn Lakhdar Brahimi, von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen mit der Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille 2004 ausgezeichnet. Eine riesengroße Ehre und Verantwortung zugleich, von der Wohl niemand von uns auch nur geträumt hat.
Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen ehrt uns damit für unsere kreative und zugleich mit beeindruckender völkerrechtlicher Präzision durchgeführte Aktion und beispielhaftes zivilgesellschaftliches Engagement der jüngeren Generation. |
|  | Aktion Völkerrecht geht weiter …
Herr Akiba und Herr Ito die Bürgermeister von Hiroshima und Nagasaki waren von der Aktion und unserem Engagement so begeistert, dass sie spontan die Idee des globalen Weiterwachsens in Ihrer eigenen Stadt aufgriffen und luden uns in Ihrer Funktion als Präsidenten der Mayors for Peace zu einer Kooperation mit der Kampagne 2020 der Mayors for Peace ein. Diese setzt sich dafür ein, die Umsetzung der völkerrechtli-chen Verpflichtung zur Abrüstung aller Atomwaffen verbindlich bis zum Jahr 2020 festzuschreiben.
Wir haben die Einladung der Mayors for Peace angenommen und unsere Aktion zusätzlich der völkerrechtlichen Verpflichtung zur Abrüstung aller Atomwaffen gewidmet.
So wie es aussieht wird Mayor Akiba im August dazu aufrufen, weltweit am „DENK-mal-VÖLKERRECHT der Heidelberger Schüler“ mit zu bauen, um diese Teilstücke dann im Mai 2005 gemeinsam mit Bürgermeistern und Schülern aus der ganzen Welt im Central Park in New York zusammen zu fügen.
Nun bereiten wir uns darauf vor, für interessierte Bürgermeister Schüler, Schulen, Friedensgruppen etc, Startpakete mit je 1.000 Bausteinen und allem Zubehör bereit zu halten (erste Bestellungen liegen jetzt schon vor) sowie darauf zur Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages im Mai 2005 mit weit mehr „Bausteinen für den Frieden“ und Schülern aus der ganzen Welt in New York präsent zu sein und uns in die „VERHANDLUNGEN UM UNSERE ZUKUNFT“ aktiv einzumischen.
Zusätzlich arbeiten wir im Stillen an einer weiteren Aktion, in der wir uns als „Citizens of the United Nations“ damit auseinandersetzen, was der einzelne Bürger persönlich - in Ergänzung zur Handlungsaufforderung an die politischen Vertreter - aktiv zur Verwirklichung einer Kultur der Gewaltfreiheit beitragen kann und was wir als Schüler hierfür tun können.
Weitere Informationen:
www.a-vr.org; E-Mail: kontakt@aktion-voelkerrecht.de
http://www.dgvn.de |
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