Vortrag

Ärzte ohne Grenzen

Dr. Villalobos bei seinem Vortrag vor der K2

 

"Ärzte ohne Grenzen" am E.I.

Einen sehr eindrücklichen Vortrag über seine Tätigkeit für „Ärzte ohne Grenzen“ in der demokratischen Republik Kongo hielt Dr. Matthias Villalobos für die vierstündigen Geographie- und Gemeinschaftskundekurse der K2 am E.I.  

Dr. Villalobos, der auf Einladung von Frau Eggert-Neben ans E.I. gekommen war, war im Jahr 2010 acht Monate lang im Kongo tätig, er arbeitete in Baraka in der Provinz Süd-Kivu am Tanganjika-See. Bei einem späteren Einsatz arbeitete er im Südsudan 

Die Region Süd-Kivu ist einerseits geprägt von ihrer landschaftlichen Schönheit und dem Reichtum der Natur, andererseits von allgegenwärtiger Armut und dem seit Jahren andauernden Bürgerkrieg. „Ärzte ohne Grenzen“ leistet dort seit Jahren Nothilfe in einem Krankenhaus, so berichtete Dr. Villalobos von der Vielzahl an Kleinkindern, die wegen Unterernährung und Durchfallerkrankungen behandelt werden, von der Vorbereitung auf drohende Cholera-Epidemien und von der allgegenwärtigen Gefahr durch den Bürgerkrieg. Zeitweise musste die Klinik Flüchtlingsströme bewältigen, auch die Katastrophe durch die Explosion eines Tanklastwagens mit vielen Hundert Toten und Verletzten stellte die Klinik vor große logistische und medizinische Herausforderungen. Da die Gemeinschaftskundeschüler im Unterricht zurzeit das Thema „Internationale Konflikte“ behandeln, spielte auch die Frage nach der Rolle der UNO in der Region eine Rolle. Für die Geographieschüler, die sich mit globalen Disparitäten beschäftigen, war es besonders interessant, dass Zahlen, wie etwa die hohe Kindersterblichkeit im Kongo, nun sehr anschaulich dargestellt wurden.  

Dr. Villalobos erzählte von einigen seiner Patienten, denen es sehr wichtig war, dass ihre persönliche Geschichte bekannt wird, damit die Menschen in der Welt erfahren, wie es ihnen dort geht. Beeindruckend war für Lehrer und Schüler auch, dass Dr. Villalobos sehr offen darüber gesprochen hat, wie man als Arzt mit der Belastung durch solche Einsätze, mit der Angst vor Ort und auch mit der Frustration, nur punktuell helfen zu können, umgeht.  

Wir danken ihm herzlich für sein Engagement am E.I.! 

 

Ulrike Eggert-Neben