Tag der Pressefreiheit

Florian BauerFlorian Bauer im E.I.

(Foto: Jonathan Dahm)

ARD-Korrespondent Florian Bauer zu Gast im E.I.

Am 2. Mai besuchte Florian Bauer, Sportkorrespondent der ARD, unsere Schule anlässlich des seit 1994 bestehenden „World Press Freedom Day“. Der Internationale Tag der Pressefreiheit möchte jedes Jahr am 3. Mai auf die grundlegende Bedeutung freier Berichterstattung aufmerksam machen. Organisationen wie „Reporter ohne Grenzen“ nutzen diesen Tag, um auf die Bedingungen der Journalisten in den einzelnen Ländern hinzuweisen.

Florian Bauer, ehemaliger Abiturient unserer Schule und aktiver Reporter, war daher ein spannender Gast zu diesem Thema. Aufgrund seiner Berichterstattungen über beispielsweise die Arbeiterbedingungen im WM-Austragungsland 2022 Katar und sein viral gegangenes Interview mit dem ehemaligen Präsidenten des DFBs Reinhard Grindel ist Herr Bauer im Journalismus durchaus bekannt.

Er startete seinen offenen Vortrag mit einem Video aus einer der Arbeiterbarracken in Katar und erklärte, dass er kurz darauf festgenommen und Tage später dem Staatsanwalt vorgeführt wurde. Katar sei nur eines von vielen Ländern mit eingeschränkter Pressefreiheit, in dem freier Zugang zu neutralen Informationen, publiziert von kritischen Medien, schwierig bis unmöglich ist. Am Beispiel seines Werdegangs versuchte Herr Bauer uns die Thematik in allen Dimensionen nahezubringen. Neben der Schule machte er viele Praktika, unter anderem beim „Stern“ in New York. Man solle stets „über den Tellerrand hinausschauen“ und sich seiner Interessen bewusst werden, so Bauer. Nach weiteren Praktika (auch bei der Rhein-Neckar-Zeitung), einem Auslandsstudium in Australien und einem Volontariat beim WDR wurde Herr Bauer Experte für Sportpolitik bei der ARD. Der Reiz des Jobs als Journalist war nach eigener Aussage der Drang, Umstände auf der Welt zu verbessern und Zuschauern Zusammenhänge so einfach wie möglich zu erklären.

Es seien beunruhigende Wandlungen des Pressewesens in den USA, Österreich oder der Türkei zu beobachten, so Bauer. Damit bekräftigt er den Bericht der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ von Mitte April 2019. So sind die skandinavischen Länder Vorreiter des freien Journalismus, Deutschland auf Platz 13 und zum Beispiel Turkmenistan mit seinem streng autoritären Regime auf dem letzten Platz. Die Pressefreiheit ist nach Herr Bauers persönlichem Auffassen noch sehr groß in Deutschland, die Presselandschaft sei aber geschrumpft. Gerade um Deutschlands Pressefreiheit auch in Zukunft aufrechtzuerhalten, sind Gespräche wie das mit Herrn Bauer wichtig. Und natürlich zählt auch unser aller Engagement! Don´t take it for granted!

Fynn Burke, K1