Tage gegen Rassismus mit Courage

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Integrationstalk am Englischen Institut Heidelberg

Im E.I. fand im Rahmen der „Woche ohne Rassismus mit Courage“ mit aktiven Mitgliedern des Vereins „Chancen gestalten e. V. “ ein Integrationstalk zum Thema „Reale und gelebte Integration in Heidelberg“ statt. Kenza Dindar (10b) und Manuel Rechsteiner (K2) vom SMV-Organisationsteam moderierten die Veranstaltung vor erfreulich vielen interessierten Zuschauer*innen. Eingeladen waren dazu verschiedene Mitglieder des Vereins „Chancen gestalten“, die die Aktivitäten der Gruppierung rund um die Integration von Flüchtlingen anschaulich und hautnah darstellten.

Nach einer kurzen Einführung durch die Moderatoren eröffneten zwei Poetry Slammer, Carro Göbel und Sven Timpe, den Abend. Sie trugen den Slam „Verantwortung“ vor, der sich gegen Rassismus richtet und zum Nachdenken anregte. Danach wurden verschiedene Statistiken über Migration vom Vorsitzenden des Vereins „Chancen gestalten“ Daniel Steegmaier in einer PowerPoint-Präsentation gezeigt. Im Anschluss wurde von ihm die Tätigkeit von „Chancen gestalten“ vorgestellt. Die Vision des Vereins ist ein gesellschaftliches Miteinander zwischen Geflüchteten und Ortsansässigen. Dies soll gefördert werden durch Eins-zu-Eins Mentoring, bei dem es einen lokalen Mentor gibt, der den Mentee (den Geflüchteten) unterstützt und fördert. Der Verein trägt darüber hinaus auch zur politischen Bildung bei, indem er über Asylrecht aufklärt, so Steegmaier. Nach jedem Programmpunkt gab es die Gelegenheit für das Publikum, Fragen zu stellen. Dies wurde auch ausführlich genutzt. Bei einer Fragerunde kam die Frage auf, warum man die Geflüchteten als Mentees bezeichnet und so scheinbar diskriminiert. Als Antwort wurde klar gemacht, dass „Mentee“ zum Wort Mentor gehört und daher nicht diskriminierend gemeint ist, weil es nur so viel wie der Geförderte bedeutet.

Zur Entwicklung des Vereins wurde gesagt, dass er 2015 in Heidelberg gegründet wurde. Die wichtigsten Kooperationspartner sind die Johannes-Gutenberg-Schule in Heidelberg und die hiesige Caritas. Diese beiden Einrichtungen stellen immer wieder den Kontakt zwischen „Chancen gestalten“ und Flüchtlingen, die hier in Heidelberg ankommen, her. Zudem wurde gesagt, dass 1500 Geflüchtete im Patrick-Henry-Village untergebracht sind, weil dort eines der Erstaufnahmelager des Landes Baden-Württemberg besteht und die Flüchtlinge von dort aus verteilt werden. Die Stadt Heidelberg selbst hat ca. 450 Flüchtlinge aufgenommen und in mehreren Stadtteilen in kleineren Unterkünften untergebracht, da die Unterbringungen in Sporthallen und Zelten vermieden und so auch die Integration erleichtert werden soll.

Im Anschluss daran wurde vorgestellt, was der Verein sonst noch bietet. Der Verein ist verantwortlich für eine Ausbildung zum/zur Mentoring-Koordinator*in. Die Personen, die sich bereit erklären, eine Mentor*innenfunktion zu übernehmen, müssen ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und verpflichten sich für ein Jahr. Sie werden während ihrer Tätigkeit von „Chancen gestalten“ begleitet. Der Verein organisiert vier Seminartage für die Mentoren*innenausbildung und eine monatlich Supervision.
Vorgesehen ist, dass sich Mentor*in und Mentee in dem Betreuungsjahr einmal in der Woche zu gemeinsamen Aktivitäten und zur Besprechung und evtl. der Lösung von anstehenden Problemen treffen.

Es gibt verschiedene Teams innerhalb des Vereins. Das Eventteam, vertreten durch Hannah Pandikow, kümmert sich um das Vereinsevent und Gemeinschaftsaktionen für Mentoren*innen und Mentees und um Spendenaktionen. Das Team für Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt sich mit der Darstellung des Vereins nach außen, mit den Social Medias, der Website und Werbeinitiativen. Das Team Politische Bildung hält Vorträge, leitet Diskussionsrunden und betreibt Infostände. Der Verein bietet so auch  Seminare zu den Themen Kultursensibilisierung, Asylrecht und Flucht und Psyche an.

Zuletzt kamen die Geflüchteten Abbas und Walid  zu Wort und die Aufmerksamkeit des Publikums war ganz bei ihnen. Walid kann sich vorstellen, hierzubleiben und fühlt sich integriert. Er versteht sich gut mit dem Mentor, sie waren bereits beim Friseur, essen, beim Sport, haben zusammen gekocht. Abbas hat durch die Zusammenarbeit mit seinem Mentor sein Deutsch verbessert und viel über Deutschland und das Alltagsleben hier gelernt. Trotzdem kann er sich vorstellen, auch wieder in sein Heimatland zurückzukehren, wenn es möglich ist.

Der Abend war sehr informativ, da viel über praktizierte Integration in Heidelberg informiert wurde. Besonders interessant fanden viele aus dem Publikum das Interview mit den Geflüchteten.

Tristan Förderer, 10a, Dietmar Schmid




Schach 2.0  
   
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Im Vorjahr noch ganz klein und schon jetzt ganz groß: Schach 2.0 – Ein Musical des Unter- und Mittelstufenchors

Schon wenige Wochen nachdem der Unterstufenchor im letzten Schuljahr das Grusical "Geisterstunde auf Schloss Eulenstein" aufgeführt hatte, begannen die Schüler*innen, unter der Leitung von Nicolas Schwarzer, Ideen für ein neues Projekt zu sammeln. Mit "Schach 2.0 - Schwarz oder weiß, du musst dich entscheiden" brachte der inzwischen auf 31 Kinder angewachsene Unter- und Mittelstufenchor schon vier Monate nach Schuljahresbeginn, am letzten Donnerstag ein Musical auf die Bühne, das thematisch für die parallel stattfindende Woche gegen Rassismus und für Courage stand.

„Alles scheint in bester Ordnung, doch es ist mächtig was faul im Staate der Weißen: Erst revoltieren die Bauern und jetzt stehen auch noch die Schwarzen an der Grenze. Revolution und Krieg! Keine leichte Zeit für die weiße Königin und ihren Göttergatten. Doch sie hat eine Idee: Wozu hat man eine Tochter, wenn nicht, um sie politisch geschickt zu verheiraten?“

Nach Motiven aus Georg Büchners „Leonce und Lena“ standen neben Krieg oder Frieden, Machtdemonstration und Zwangsheirat auch der Überwachungsstaat im Vordergrund des Musicals. Dabei war am Morgen der Aufführung plötzlich ganz unklar, ob der Musical-Abend wie geplant stattfinden kann, da eine der Darstellerinnen für die Hauptrollen kurzfristig erkrankte. Schnell verbreitete sich die Nachricht unter den Kindern des Unter- und Mittelstufenchors, die noch vor der ersten Stunde aufgeregt Herrn Schwarzer im Lehrerzimmer aufsuchten. Glücklicherweise konnte im Laufe des Vormittags schnell Ersatz gefunden werden, sodass am Abend, pünktlich um 19 Uhr, die großen Glastüren des neuen Wintergartens für die Zuschauer geöffnet werden konnten. Diese erwartete ein aufwändig gestaltetes Bühnenbild im Schachbrettmuster, das Frau Schwab mit ihrem Kunstkurs in den letzten Wochen erstellt hatte und ein großes Fingerfood-Buffet mit Schwarz-Weiß-Gebäck, Schaumküssen und zum Thema Schach verzierte Kuchen und Torten.

Nach einer knapp 60minütigen Vorstellung endete das Musical unter tosendem Applaus der Zuschauer, die den neuen Wintergarten bis auf den letzten Platz ausfüllten, mit einem Ausbruch des jungen Liebespaars, Zero und Luna, aus einer streng geregelten Welt. Doch das Streben nach Freiheit gelingt nicht allen Figuren: Die Königin behält ihr Rollenmuster bei und Valerio und die Amme tauschen die Aussicht auf Freiheit für ein Leben in Luxus ein. Allesamt Umstände, die den Zuschauer auch nach der Vorstellung noch zum Nachdenken anregen sollen.

Durch die eingenommenen Spenden des Vorjahres und die Unterstützung des Freundeskreises des Englischen Instituts war es möglich, einerseits mit der Theater- und Spielberatung Baden-Württemberg einen professionellen Partner für die Inszenierung des Stücks zu engagieren und andererseits auch in eine aufwändigere Bühnenausstattung zu investieren.
Ebenfalls neu in diesem Schuljahr war die musikalische Unterstützung durch das Orchester und die Big Band des E.I.s unter der Leitung von Wolfang Schulz sowie das Mitwirken des Oberstufenchors.

Ein großes Dankeschön geht ebenso an das Team um Erika Baumgart, die zusammen mit vielen helfenden Eltern des Unter- und Mittelstufenchors den Gestaltungsprozess begleitet haben sowie den Einsatz der Technik AG.

Nicolas Schwarzer